Unterschriftenaktion "Karlsruher Aufruf 2015 an die EKD"

Quelle: Karlsruher Aufruf
Eine Unterschriftenaktion für eine Neuorientierung der kirchlichen friedensethischen Position

Eine Gruppe friedensbewegter Christen aus der evangelischen Landeskirche in Baden sieht angesichts der zunehmende Akzeptanz von Gewalt als politisches Lösungsmittel in Politik und Gesellschaft die dringende Notwendigkeit gekommen, darüber nachzudenken, ob nicht auch die Kirchen an dieser verhängnisvollen Entwicklung eine Mitschuld tragen.

In dem sogenannten „Karlsruher Aufruf 2015“ an die EKD fordern sie eine Neuorientierung ihrer friedensethischen Position:

„Wir bitten den Rat und die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) um die Weiterentwicklung ihrer friedensethischen Position im Sinne der aktuellen landeskirchlichen und ökumenischen Diskussionen. Die EKD braucht ein klares friedensethisches Leitbild zur Überwindung des Krieges. Die Bereithaltung, Androhung und Anwendung militärischer Gewalt wird nicht mehr kirchlich mitgetragen, auch nicht als äußerstes Mittel (ultima ratio), wie es in der EKD-Friedensdenkschrift 2007 vertreten wird. Dies entspricht der Nachfolge des auf Gewalt verzichtenden Jesus Christus. Die EKD möge sich in Gesellschaft und Politik für einen friedenspolitischen Wandel engagieren, weg von der gegenwärtigen, auf militärischer Stärke und Einsatzbereitschaft basierenden Sicherheitslogik hin zu einer friedenslogischen Politik, die auf gewaltfreie Konfliktbearbeitung und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung setzt. Wie die EKD-Ostdenkschrift von 1965 ein wichtiger Impuls für die dann einsetzende Ost-West-Entspannungspolitik war, könnte eine friedenslogische EKD-Denkschrift eine Neuorientierung in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik anregen und fördern.“

Unterschriften des Karlsruher aufrufs wurden an die Präses der EKD-Synode übergeben

Von 2015 bis Oktober 2016 hat die Arbeitsstelle Frieden gemeinsam mit dem Forum Friedensethik und vielen ehrenamtlichen Helfer*innen Unterschriften für den Karlsruher Aufruf gesammelt. Über 3000 Unterschriften wurden am 7. November 2016 der Präses der EKD-Synode Irmgard Schwaetzer übergeben. Die meisten Unterschriften kamen aus Baden, es kamen jedoch aus fast allen Landeskirchen Unterschriften. Die badischen EKD-Synodalen haben das Anliegen des Karlsruher Aufrufs mit einem Antrag an die EKD-Synode unterstützt.
Daraufhin hat die Synode den Rat der EKD gebeten, über den Stand der friedensethischen Diskussion und laufende Projekte der EKD bei der 4. Tagung der12.Synode 2017 zu berichten.
 
von links: die bad. EKD-Synodalen Adelheid Hauff, Margit Fleckenstein, Dorothea Schaupp, Präses Dr. Irmgard Schwaetzer, Superintendent Andreas Lange (EKD-Synode), Stefan Maaß (Friedensbeauftragter Baden)

Quelle: Holger Teubert

 
 
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