Sterben, Tod und Trauer

Lass mich im Leid nicht bitter werden, sondern reif, geduldig, selbstlos, milde und voll Sehnsucht nach jenem Land, in dem kein Leid wohnt und nach jenem Tag, wo Du jede Träne abwischen wirst von den Augen derer, die Dich geliebt haben und im Schmerz an Deine Liebe und in der Nacht an Dein Licht geglaubt haben.
Lass mein Leid ein Bekenntnis meines Glaubens sein an Deine Verheißungen und ein Bekenntniss meiner Hoffnung auf Deine Güte und Treue, ein Bekenntnis meiner Liebe, dass ich Dich mehr liebe, als mich selbst, dass ich Dich um Deinetwillen liebe, auch ohne Lohn.
Das Keuz meines Herrn sei mir Vorbild, sei meine Kraft, mein Trost, sei die Lösung aller dunklen Fragen, das Licht aller Nächte.
Gib, dass wir uns rühmen im Kreuz unseren Herrn Jesus Christus, gib, dass wir so reif im wahren christlichen Sein und Leben werden, dass wir das Kreuz nicht mehr als Unglück und unverständlichen Widersinn betrachten, sondern als Zeichen Deiner Auserwählung, als das geheime, sichere Zeichen, dass wir Dein sind in Ewigkeit.
Denn getreu ist das Wort, wenn wir mit ihm sterben, so werden wir auch mit ihm leben, harren wir mit ihm so aus, so werden wir auch mit ihm herrschen. Amen
Herr, ich suche deine Hand. Halte mich. Bitte lass mich jetzt nicht los!
Wie die Mutter an der Tür auf ihr krankes Kind lauscht, so höre du mein Rufen. Komm und hilf mir jetzt.
Ich vergehe, verwehe wie Sand. Aber du bist der Fels, auf den ich mich stelle. Du bist meine Fluchtburg. Bei dir suche ich meine letzte Hilfe. Lass mich deine Treue erfahren und errette mich, du, mein Fels und meine Burg. Steh mir bei in meiner Not; du heißt doch Retter und Beistand! In deine Hände berge ich mich.
Aus der Gewalt des Bösen hast du mich herausgerissen, mein Herr, du treuer Gott. Wenn die Finsternis nach mir greift, strecke ich nach dir meine Hand aus und spreche:
Dir gehöre ich, du bist mein Gott! Nicht dunkle Mächte bestimmen über mich. Nein, du setzt den Anfang und das Ende meines Lebens.
Ich bin doch dein Kind. Schau mich an, mein Vater, meine Mutter, mein Gott, mit deinem freundlichen Angesicht, denn ich rufe nach dir!
Mehr als sie es fassen können wendest du dich denen zu, die deine Hilfe suchen. Wer diesem Herrn gehört, wird ihn lieben, denn die Seinen behütet der Herr. Amen
Ewiger Gott und Vater, du allein bist mächtig und gnädig:
Gib unserem/unserer Entschlafenen ewige Ruhe.
Lass ihm/ihr dein Licht leuchten und vereine ihn/sie mit denen, die du vollendet hast.
Lass uns alle dein Angesicht schauen und deine himmlische Herrlichkeit erlangen. Amen
Herr, unser Gott im Himmel, du hast ... von uns genommen. Das tut weh. In unserem Schmerz kommen wir zu dir. Du hast ihrem/seinem Leiden ein Ende gemacht. Dafür danken wir dir.
Vater im Himmel wir befehlen ... in deine Hand. Sei ihr/ihm gnädig um Christi willen; und nimm sie/ihn auf in dein ewiges Vaterhaus.
..., der Friede Christi sei mit dir. Der Friede Christi sei mit uns allen. Amen
Herr, Du bist unser Gott im Leben und im Sterben. Du rufst uns ins Dasein, Du rufst uns in den Tod. Herr, wir bitten Dich:
Lass uns nicht verzweifeln in unserer Traurigkeit und Trauer. Gib uns den Halt Deiner Hoffnung, den Dein Wort zusagt.
Herr, überwinde durch Dein Wort unsere Angst vor dem Leben und unsere Angst vor dem Sterben. Lass Dein Licht uns leuchten, damit die Finsternis des Todes uns nicht erschreckt. Amen

Komme, was da mag. Gott ist mächtig!
Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternachte, wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt.
Gott kann Wege aus der Auswegslosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln - zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit. Amen

Martin Luther King
aus: Kraft zum Lieben, Christliche Verlagsanstalt Konstanz 1988

Herr, Herr, sei du mit mir. Verlass mich nicht in meiner letzten Not. Stärke meinen Glauben. Erhalte mir deinen Frieden. An deiner Hand führe mich, wenn mir die Sinne schwinden; begleite mich durchs dunkle Tal zum ewigen Licht, zur ewigen Heimat. Erhöre mich, ach erhöre mich und vergib mir alle meine Sünden um Jesu Christi willen. Amen

aus: EKG

Herr, ich weiß, dass du mich liebst, dass mein Sterben genauso in deinen Händen liegt, wie mein Leben.
Ich will glauben, dass alles so, wie es kommt, in deine Liebe eingeschlossen ist. So wie du es fügst, wird es gut für mich sein.
Hilf mir, deinen Willen zu verstehen und anzunehmen. Hilf mir, täglich bereit zu sein, wenn du mich rufst.
Lass mich versöhnt mit dir sterben, in der Hoffnung, dass du mir alles zum Guten wendest. Herr, dein Wille geschehe. Amen

aus: Gotteslob

Mein Ende steht vor mir, oh Gott. So zeige mir das Maß meiner Tage. Stelle mir vor Augen, wie vergänglich ich bin.
Sieh, eine Spanne lang sind meine Tage. Wie nichts ist mein Leben vor dir. Wie ein Hauch ist der Mensch, der doch sicher steht. Wie ein Traumbild wandelt er dahin und macht sich Unruhe um nichts. Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammlen wird.
Nun, Gott, auf wen soll ich hoffen? Mein Warten gilt allein dir. Errette mich aus meiner Sünde, dass ich nicht den Narren ein Spott werde. Ich will schweigen und den Mund nicht auftun, denn mein Geschick ist vor dir. Nimm ab meine Schmerzen, denn unter dem Griff deiner Hand vergehe ich. Wenn du uns Menschen züchtigst um unserer Sünde willen, so verzehrst du unsere Schönheit wie Motten ein Kleid.
Höre mein Gebet, mein Gott, und schweige nicht zu meinen Tränen. Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. Amen

Jörg Zink (Psalm 39)
a.a.O., Stuttgart 1991

Herr Jesus Christus, du schenkst uns Hoffnung über Tod und Grab hinaus.
Du bist auferstanden und nimmst uns mit in dein ewiges Leben.
Auch im Angesicht des Todes schauen wir auf dich und warten auf deine kommende Herrlichkeit. Amen
Barmherziger, unbegreiflicher Gott, zu Dir kommen wir in unserem Schmerz. Zu Dir rufen wir aus unserem Erschrecken. Dir klagen wir unsere Not. Wohin sonst könnten wir damit kommen, wenn nicht zu Dir?
... ist vom Tod aus unserer Mitte gerissen worden. Wir können es nicht fassen. Alles in uns lehnt sich dagegen auf.
Tröste uns durch Deinen Heiligen Geist. Auf das Kreuz Jesu Christi schauen wir. An Jesus klammern wir uns. Mit dem Gekreuzigten sterben wir. Mit dem Auferstandenen leben wir. Durch ihn sind wir Dein, oh Gott, ob wir leben oder sterben.
Im Namen Jesu vertrauen wir Dir ... an. Amen