Prädikantendienst

Glauben ist nur möglich, wenn Menschen das Wort gehört haben. Es muss ihnen verkündet worden sein. Das in Jes. 52,7 in der Vulgata (die lateinische Übersetzung der Bibel von Hieronymus) gebrauchte Tätigkeitswort lautet „praedicare", woraus das deutsche Wort „predigen" („Prädikant") entstanden ist. Prädikanten sind zur Verkündung auf Grund einer selbst angefertigten Predigt ermächtigt.
Der Prädikantendienst geschieht in der Mitte der Gemeinde - dort, wo das Evangelium gepredigt, die Sakramente gespendet werden, getraut und beerdigt wird. Für diesen Dienst bringen Prädikantinnen und Prädikanten Glaubenserfahrung und Alltagserfahrung aus den Bereichen mit, in denen sie leben und tätig sind. Prädikantinnen und Prädikanten sind für unsere Evangelische Kirche gewollte Grenzgänger zwischen dem besonderen Milieu der jeweiligen Gemeinde und den gesellschaftlichen Milieus der Gemeindemitglieder. In unserer Kirche nehmen sie in der reformatorischen Tradition des Priestertums aller Glaubenden eine unverzichtbare Aufgabe wahr!
Nach der Ordnung unserer Kirche können „Gemeindeglieder... als Prädikanten mit Aufgaben des Predigtamtes beauftragt werden". Der Ältestenkreis/Kirchengemeinderat hat insofern eine hohe Verantwortung, als in der Regel durch seine Mitwirkung dem Bezirkskirchenrat geeignete Gemeindeglieder für diese Beauftragung benannt werden. Deshalb sollte sich der Ältestenkreis/Kirchengemeinderat rechtzeitig mit der Bezirksbeauftragten/dem Bezirksbeauftragten für den Prädikantendienst in Verbindung setzen. Das Dekanat vermittelt gerne den entsprechenden Kontakt. Bevor es zu einer Empfehlung durch den Ältestenkreis/Kirchengemeinderat an den Bezirkskirchenrat kommt, soll in einem persönlichen Gespräch die Bezirksbeauftragte/der Bezirksbeauftragte mit dem betreffenden Gemeindeglied die Voraussetzungen zum Prädikantendienst besprechen.

In unserer Landeskirche gelten folgende Kriterien:
  • Eine christlich geprägte Lebensführung, die durch den Umgang mit der Bibel und durch regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst und am weiteren Gemeindeleben getragen ist.
  • Hinreichende Lebenserfahrung
  • Befähigung zum Ältestenamt.
  • Klare, verständliche Stimme und körperliche Belastbarkeit für längeres Stehen und öffentliches Sprechen.
  • Psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Verschwiegenheit in seelsorgerlichen Dingen.
  • Bejahung unserer volkskirchlichen Ordnung und damit des presbyterialen Leitungsprinzips.
  • Bereitschaft, den Dienst in der Bindung an den Bekenntnisstand und die Lebensordnungen unserer Kirche zu tun.
  • Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme an weiteren Fortbildungsangeboten.
Die Verantwortung, geeignete Gemeindeglieder zur Ausbildung vorzuschlagen, liegt beim Bezirkskirchenrat bzw. dem Stadtkirchenrat. Nach einem Zulassungs- und Vorbereitungsgespräch erfolgt die Ausbildung zum Prädikant/Prädikantin, die vom Landeskirchlichen Beauftragten verantwortet wird. Sie findet in Freiburg und in Mosbach-Neckarelz statt.

Nach erfolgreicher Teilnahme an der Ausbildung erfolgt die befristete Beauftragung (6 Jahre) durch den Landesbischof. Die Dienstaufsicht führt die Dekanin/der Dekan. Eine Wiederbeauftragung ist mehrfach möglich. Durch den Bedeutungszuwachs des Ehrenamts werden wir auch künftig in unseren Gemeinden geeignete Gemeindemitglieder zur Mitarbeit im ehrenamtlichen Verkündigungsdienst gewinnen, die ihre geistliche Begabung in der Bindung an die Heilige Schrift und die Bekenntnisse unserer Kirche kreativ und kompetent einsetzen möchten.
 
 
Ehrenamtsgesetz

Am 19 Oktober 2016 verabschiedete die Landessynode der ekiba das Ehrenamtsgesetz.
 

Grundlagenpapier

Die Frühjahrssynode verabschiedete 2016 einen grundlegende Gedanken zum Thema Ehrenamt.