Leuenberger Konkordie

Quelle: leuenberg.org

Vom 12.-16. März 1973 wurde auf dem Leuenberg bei Basel der endgültige Text der Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa (Leuenberger Konkordie) erarbeitet und den beteiligten Kirchen übergeben. Damit wurde die Kirchengemeinschaft zwischen den lutherischen, reformierten und den aus ihnen hervorgegangenen unierten Kirchen, sowie den ihnen verwandten vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder ermöglicht.

Mit der Leuenberger Konkordie haben lutherische, reformierte und unierte Kirchen Europas in der Bindung an die sie verpflichtenden Bekenntnisse und unter Berücksichtigung ihrer Traditionen die theologischen Grundlagen ihrer Kirchengemeinschaft dargelegt und einander Gemeinschaft an Wort und Sakrament gewährt. Dies schließt Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft und die gegenseitige Anerkennung der Ordination ein. Die Leuenberger Konkordie ist als Dokument ökumenischer Gemeinschaft von allen Kirchen angenommen worden.

In der Leuenberger Konkordie fanden die beteiligten lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen zu einer grundsätzlich gemeinsamen Auffassung von Taufe, Abendmahl und Evangelium, erkennen diese gegenseitig an und gaben die gegenseitigen Verwerfungen der Reformation auf. Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche ist der Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa nicht beigetreten, da in ihrer Wahrnehmung gerade die lutherische Lehre vom Heiligen Abendmahl aufgegeben wurde.

Die Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa, kurz Leuenberger Konkordie, ist das Gründungsdokument der Gemeinschaft evangelischer Kirchen in Europa, früher Leuenberger Kirchengemeinschaft. Sie entstand nach zwischenkirchlichen Lehrgesprächen 1973 im Schweizer Ort Leuenberg. Ihr Ziel ist die Herstellung der Kirchengemeinschaft der evangelischen Kirchen in Europa.

Neben den Landeskirchen aus Mittel- und Nordeuropa findet sich in der Leuenberger Kirchengemeinschaft auch eine Mehrzahl von Minderheitskirchen aus römisch-katholisch und orthodox geprägten Ländern.

In fortlaufenden Lehrgesprächen werden theologische und Glaubensfragen behandelt und reformatorische Positionen zu geistlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen formuliert. Die Ergebnisse dieser Lehrgespräche werden in der Buchreihe Leuenberger Texte veröffentlicht und können von der Homepage der Leuenberger Kirchengemeinschaft heruntergeladen werden.

Ebenso pflegt die Leuenberger Kirchengemeinschaft ökumenische Kontakte zum Ökumenischen Rat der Kirchen, zur Konferenz Europäischer Kirchen, zum Lutherischen Weltbund, zum Reformierten Weltbund, zur Anglikanischen Kirchengemeinschaft und zur Europäischen Baptistischen Föderation.

 
Die Unterzeichnerkirchen

Die Leuenberger Konkordie wurde bisher von über 80 Kirchen aus Europa angenommen, ...
Weitere Infos auf: www.leuenberg.eu