Kapitalertragsteuer

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Kapitaleinkünfte unterliegen wie alle anderen Einkünfte auch der Einkommenssteuer. Deshalb werden bei Angehörigen einer evangelischen Landeskirche auch anteilig 8 % Kirchensteuer berechnet, wenn die Freibetragsgrenze von maximal 801 Euro (bzw. 1602 Euro bei Ehepaaren) überschritten ist.

Wie bisher kann ein Steuerzahler, der aufgrund seines geringen Einkommens bislang keine Einkommenssteuer und somit auch keine Kirchensteuer bezahlt hat, eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen. Wird diese der Bank vorgelegt, so erfolgt auch kein Kirchensteuerabzug auf Kapitalerträge.

Die Einkommensteuer auf Kapitalerträge wird vom Geldanlageinstitut direkt an das Finanzamt abgeführt. Anders als bei der Kirchenlohnsteuer wird bei dieser sogenannten Abgeltungsteuer der Steuerabzug endgültig und anonym, d.h. ohne Benennung des Steuerpflichtigen, vorgenommen. Der Sonderausgabenabzug der auf die Abgeltungssteuer gezahlten Kirchensteuer (§10 Abs.1 Nr. 4 EStG) wird beim Einbehalt der Abgeltungssteuer gleich mit berücksichtigt.

Was ändert sich ab 2015?

Ab 1. Januar 2015 wird dieses Verfahren in der Weise vereinfacht und automatisiert, dass für den Kirchensteuerabzug kein gesonderter Antrag mehr erforderlich ist. Auf jeden Fall ist es wichtig zu wissen: Es geht dabei weder um eine neue Steuer, noch um eine Steuererhöhung, sondern nur um eine neue, vereinfachte Form der Erhebung.

Wie funktioniert das praktisch?

Die Bank erhält künftig vom Bundeszentralamt für Steuern das für die Erhebung notwendige Religionsmerkmal auf elektronischem Wege verschlüsselt mitgeteilt. Unter Beachtung der hohen Anforderungen des Datenschutzes wird den Banken für jeden Kunden, der einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört, eine sechsstellige Kennziffer geliefert. Mit der Kennziffer können die Banken die einbehaltene Kirchensteuer an die jeweilige evangelische Landeskirche weiterleiten, der der Kunde angehört.

Der Datenschutz ist gewährleistet

Die Verarbeitung des Religionsmerkmals erfolgt in einer gesicherten Umgebung, d.h. für den Mitarbeiter der Bank ist die Religionszugehörigkeit des Kunden nicht einsehbar, es wird nicht in seinen Kundenstammdaten ausgewiesen.

Wenn der Bankkunde dennoch wünscht, dass sein Religionsmerkmal als Kennziffer den zum Steuerabzug verpflichteten Geldinstituten nicht mitgeteilt wird, kann er der Weitergabe ausdrücklich widersprechen und einen Sperrvermerk setzen lassen. Dafür wird es künftig ein amtliches Formular beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de) geben. Die bank behält dann keine Kirchensteuer ein. Das 'zuständige Finanzamt erhält hiervon Mitteilung. Das Kirchenmitglied ist dann verpflichtet, im Rahmen der Steuererklärung im Folgejahr gegenüber dem Finanzamt die für die Berechnung der Kirchensteuer notwendigen und vollständigen Angaben zu machen.

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Kirchen- und Abgeltungssteuer

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