Häufige Fragen

Die Ehe: ein "weltlich Ding" nach "Gottes guter Ordnung" (Martin Luther)

Eine Sammlung von Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema "Hochzeit - kirchliche Trauung", haben wir hier für Sie zusammengestellt. Sollten Sie weitere Fragen zum Thema haben, auf die Sie hier keine Antwort finden, dann können Sie uns gerne schreiben.

Wann können Hochzeiten stattfinden?

Grundsätzlich an jedem Wochentag; in der Regel ist es jedoch der Samstag. Wichtig ist eine frühzeitige Voranmeldung im zuständigen Pfarramt, damit sichergestellt ist, dass die Kirche zur Verfügung steht. Zur Trauung gehört ein vorbereitendes Gespräch mit beiden Ehepartnern. Dabei geht es um Sinn und Verlauf des Gottesdienstes, aber auch um Organisatorisches. Bitte besprechen Sie auch, ob und wie sich Freunde oder Verwandte an der Gestaltung des Gottesdienstes musikalisch oder durch eine biblische Lesung bzw. ein Gebet beteiligen können. Darüber hinaus finden Sie dabei auch die Gelegenheit zum seelsorglichen Gespräch.

Können wir Tag und Uhrzeit der kirchlichen Trauung wählen?

In den Kirchengemeinden gibt es unterschiedliche Traditionen. Teilweise sind bestimmte Zeiten für Trauungen festgelegt, in anderen Fällen können die Termine frei abgestimmt werden. Auf jeden Fall sollten sie den Termin frühzeitig mit Ihrem Pfarrer, bzw. der Pfarrerin absprechen.
In der Passionszeit (sieben Wochen vor Ostern) und an Festtagen sind in manchen Gemeinden keine Trauungen möglich.

Wo soll die Trauung stattfinden?

In der Regel steht die Kirche Ihrer Kirchengemeinde zur Verfügung. Die meisten Pfarrerinnen und Pfarrer sind auch bereit, im Umkreis des Kirchenbezirkes oder Landkreises in eine von Ihnen ausgesuchte Kirche oder Kapelle zu kommen. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der örtlich zuständigen Pfarrerin bzw. des Pfarrers. Mit diesen sind auch die organisatorischen Fragen zu klären (Blumenschmuck, Organistin bzw. Organist etc.).

Wer wird die Trauung halten? Kann uns ein uns bekannter Pfarrer trauen, der nicht in unserer Gemeinde arbeitet?

Zunächst ist das Pfarramt, in dessen Gebiet Sie wohnen, für Sie zuständig. Dort können Sie erste Fragen stellen, einen Termin für ein Gespräch vereinbaren, oder mitteilen, dass Sie woanders heiraten wollen, bzw. erfragen, ob gegebenenfalls eine von Ihnen gewünschte Pfarrerin bzw. ein Pfarrer die Trauung halten darf.

Benötigt man zur kirchlichen Trauung Trauzeugen?

Bei einer evangelischen Trauung haben Trauzeugen keine bestimmte Funktion. Bei einer ökumenischen Trauung sollten sie dabei sein und – wie bei der katholischen Trauung – nach der Feier ihre Unterschrift leisten.

Kann man Traugottesdienste selbst mitgestalten?

Dies ist nicht nur möglich, sondern im Rahmen der liturgischen Gegebenheiten sehr erwünscht. Die Lesung und das Evangelium, Musik und Gesang, Gebete und Texte können die Brautpaare gerne selbst aussuchen. Auch Angehörige und Freunde können im Gottesdienst, beispielsweise bei den Gebeten, mitwirken. Ihr Pfarramt hält dafür Informationen bereit. Viele Anregungen bekommen Sie auch hier bei den Seminaren zur Ehevorbereitung.
Informationen zum Ablauf des evangelischen oder katholischen Traugottesdienstes und mögliche Trausprüche finden Sie auch im Internet unter www.trauspruch.de oder http://www.familienseelsorge-freiburg.de/material.

Was kostet eine kirchliche Trauung? Was kostet uns die Trauung in der Kirche?

Der Trau-Gottesdienst ist kostenlos.
Für den Dienst der Pfarrerin bzw. des Pfarrers bezahlen Sie Ihre Kirchensteuer. In Gemeinden mit hauptamtlichen Organistinnen bzw. Organisten und Kirchendienerinnen bzw. Kirchendienern müssen auch diese nicht extra bezahlt werden. In anderen Gemeinden gibt es eigene Regelungen, die Sie im Pfarramt erfragen können.
Über eine Spende wird sich jede Gemeinde freuen. Diese können Sie selbstverständlich zweckbestimmt (z. B. für die Jugendarbeit der Gemeinde, für Kirchenmusik oder einen anderen Zweck) geben.

Wer schmückt die Kirche? Ist es möglich, die Kirche besonders zu schmücken, und kostet das etwas?

Meistens steht der Blumenschmuck für den Sonntagsgottesdienst schon am Samstag bereit. In kleineren Kapellen muss für den Schmuck selbst gesorgt werden. Vor allem, wenn Sie eigene Wünsche hinsichtlich der Blumen haben, sollten Sie dies mit dem Pfarramt absprechen.
 
Besonderer Blumenschmuck ist in den meisten Kirchen möglich. Da eine Kirche immer mit Blumen geschmückt ist, müssen Sie alles, was darüber hinaus geht selbst bezahlen und meist auch selbst veranlassen, dass die Kirche geschmückt wird.

Ein Partner gehört keiner Kirche an. Können wir trotzdem kirchlich heiraten?

Ja. Es gibt die Möglichkeit der kirchlichen Trauung, wenn der Partner, der nicht der Kirche angehört, mit ihr einverstanden ist. Über die Gestaltung der Feier und die Formulierung der Traufrage wird im Einzelnen dann im Traugespräch zu reden sein.

Verschiedene christliche Kirchen, aber eine gemeinsame kirchliche Trauung. Ist das möglich?

Sie kommen aus verschiedenen christlichen Kirchen und planen Ihre kirchliche Trauung? Dann sollten Sie rechtzeitig mit Ihrer Pfarrerin bzw. Ihrem Pfarrer ein Gespräch vereinbaren, bei dem die rechtliche Seite, der Ablauf und die Gestaltung besprochen werden. Vergessen Sie nicht, dass dann zwei verschiedene Pfarrämter für Sie zuständig sind.

Für evangelisch/katholische Ehepaare gibt es in der Evangelischen Landeskirche in Baden seit mehr als dreißig Jahren eine gemeinsame ökumenische Trauung. Diese wird in beiden Kirchen als gültig anerkannt. Sie können unter Beteiligung von Pfarrern beider Konfessionen in einer Kirche Ihrer Wahl heiraten. Vorher führen Sie mit beiden ein Traugespräch.

Falls Sie sich für eine evangelische oder katholische Trauung entscheiden, erfolgt sie nach der Ordnung der Kirche, in der die Trauung stattfinden soll. Rechtlich genügt es, dass nur eine Pfarrerin oder ein Pfarrer die Trauung vornimmt, aber bei einer evangelischen Trauung braucht der katholische Ehepartner eine Befreiung von der katholischen Trauordnung, einen sogenannten Dispens.

Wenn der Partner nicht christlich getauft ist oder gar nicht an Gott glaubt?

Auch eine Eheschließung mit einem nichtgetauften Partner, oder mit jemandem, der nicht an Gott glaubt, kann kirchlich gefeiert werden. Allerdings muss der nichtchristliche oder nichtglaubende Partner die wesentlichen Elemente der Ehe aus evangelischer bzw. katholischer Sicht bejahen. Es gibt dafür eigene Texte, die die Gewissensüberzeugung des nichtgetauften oder nichtglaubenden Partners respektieren.

Und wenn der Partner oder beide schon einmal verheiratet waren?

In diesem Falle muss bei katholischen Trauungen erst geprüft werden, ob die geschiedene Ehe aus kirchlicher Sicht gültig ist oder nicht. Unter bestimmten Umständen kann ein Ehenichtigkeitsverfahren angestrebt werden. Ein persönliches Gespräch mit einem Seelsorger/einer Seelsorgerin hilft weiter.
In der evangelischen Kirche ist eine Wiederverheiratung grundsätzlich möglich. Beim Traugespräch wird hier mit dem Seelsorger oder der Seelsorgerin über das Scheitern der vorhergehenden Ehe gesprochen und nach Chancen für die neue Ehe gesucht.

Kann man auch ökumenisch heiraten?

Wenn ein Partner der evangelischen, der andere der katholischen Kirche angehört, gibt es die Möglichkeit, unter Beteiligung von Geistlichen beider Konfessionen in einer Kirche Ihrer Wahl zu heiraten. Dies kommt vor allem dann in Frage, wenn beide Partner ihrer Kirche verbunden sind. Die Trauung ökumenisch zu halten, nur weil Rücksichten auf die Verwandtschaft genommen werden sollen oder weil man sich nicht für eine Konfession entscheiden kann, ist weniger sinnvoll. Bei einer eventuellen späteren Taufe Ihres Kindes müssen Sie sich auch für eine Konfession entscheiden.
Wenn Sie evangelisch heiraten, jedoch Ihre Trauung von der katholischen Kirche anerkannt werden soll, braucht der katholische Partner eine Dispens (Freistellung von der kirchenrechtlichen Eheschließungsform). Ihr Pfarramt wird Ihnen dabei weiterhelfen.

Wir wollen ökumenisch heiraten. Was heißt das genau?

Ökumenisch können Brautpaare heiraten, die unterschiedlichen Konfessionen angehören. Weder die evangelische noch die katholische Kirche verlangen heute noch den Konfessionswechsel eines der Ehepartner.
In der Evangelischen Landeskirche in Baden ist es möglich, ökumenisch zu heiraten. Dazu gibt es das sogenannte „Formular C“, nach dem die Trauung vollzogen wird. In den Vorbereitungen zur Trauung muss das Brautpaar mit den Geistlichen beider Konfessionen sprechen.

Gibt es in einer glaubensverschiedenen Ehe Bestimmungen für die Konfession der Kinder?

Die katholische Kirche schreibt in der Regel den Ehepaaren eine katholische Erziehung vor. Trotzdem sollten Sie zum Wohle Ihres Kindes die Konfession wählen, an der Ihre Familie eher teilnimmt.

Zu welcher Gemeinde gehören wir als ökumenisch getrautes Ehepaar?

Jeder Ehepartner gehört weiterhin zu seiner Konfession und der Gemeinde, in der er wohnt. Das schließt nicht aus, dass ein Ehepartner am Gemeindeleben der anderen Konfession teilnehmen kann.

Ist Blumenstreuen erlaubt?

In jeder Gemeinde wird dies unterschiedlich gehandhabt. Besprechen Sie das bitte vor Ort mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer.

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

Natürlich gehören zu solch einem Festtag wie der Hochzeit Fotos und auch Videofilme. Für den Gottesdienst allerdings sind dem Fotografieren und Filmen Grenzen gesetzt. Gebet und Segen sollten nicht durch Foto- oder Filmaufnahmen gestört werden. Auf jeden Fall sollten Sie vor Ihrem Traugottesdienst mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer darüber reden, wann das Fotografieren und Filmen möglich ist.

Nach dem Gottesdienst kann selbstverständlich auch in der Kirche fotografiert werden.
 
Tipp: Empfehlenswert ist, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden.

Können homosexuelle Menschen kirchlich heiraten?

Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat am 23.4.2016 mit Drei-Viertel-Mehrheit beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft vor dem Standesamt eingegangen sind, in einem öffentlichen Traugottesdienst gesegnet werden können. Diese Regelung gilt für die Evangelische Landeskirche in Baden. Bitte beachten Sie, dass in anderen Landeskirchen ggf. andere Regelungen gelten.
 

 
Lebensordnungen

Ausführliche Informationen zu den Lebensordnungen "Taufe", "Konfirmation", "Trauung" und "Bestattung" finden Sie auch unter Lebensordnungen & Amtshandlungen.