"Gottes Werkzeug sein"

Angehende Prädikantinnen und Prädikanten über ihre Motivation

Prädikantinnen und Prädikanten kommen aus verschiedenen Berufen und aus allen Altersschichten. Richter und Richterinnen sind ebenso darunter wie Bankangestellte oder Handwerker, Ingenieurinnen, Lehrer, Bäuerinnen, Professoren, Ärztinnen und Krankenpfleger. Sie bringen ihre Berufs- und Lebenserfahrung in den Dienst der Verkündigung ein und machen ihn so reicher und bunter.
 
Jährlich lassen sich etwa 20 bis 25 Menschen in Baden neu für den Prädikantendienst ausbilden. In dieser 18 Monate dauernden Vorbereitung lernen sie die Abläufe von Gottesdiensten, das Predigen, Abendmahl und Taufe, Trauung und Bestattung und erhalten vor allem auch grundlegende theologische Informationen. Während der Ausbildung werden die zukünftigen Prädikantinnen und Prädikanten von einem Gemeindepfarrer oder einer Gemeindepfarrerin begleitet.
 
So unterschiedlich die Lebensläufe der Prädikantinnen und Prädikanten ist: Die Motivation, aktiv das Evangelium zu verkünden, verbindet sie. Einige der Anwärter und Anwärterinnen für den Prädikantendienst, die derzeit die Ausbildung in Mosbach-Neckarelz absolvieren, sprechen über ihre Gedanken und Wünsche in Bezug auf ihre zukünftige Tätigkeit.
 
Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Helgine Borm, 54, aus Angelbachtal, Pfarramtssekretärin. Sie singt im Projektchor, ist beratendes Mitglied des Kirchengemeinderats und ist in vielerlei Weise haupt- und ehrenamtlich in der Gemeinde tätig.

 

„Ich mache die Ausbildung zur Prädikantin, weil ich die Zusage, welche in der Bibel steht, dass jeder Laie das Wort Gottes verkündigen darf, ernst nehme. Die badische Landeskirche gibt mir die Chance, dieses Recht, das wir als Protestanten haben, auf eine solide Grundlage zu stellen. In meiner Heimatgemeinde Angelbachtal bin ich durch die Tätigkeit im Bauausschuss mehr mit den praktischen Dingen beschäftigt; als Prädikantin kann ich dann wieder näher am einzelnen Menschen sein und die regelmäßigen Gottesdienste – besonders in den kleinen Dörfern, während der Urlaubszeit der hauptamtlichen Pfarrinnen und Pfarrer – ermöglichen."

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Dorothea Damm, 35, aus Mörtelstein, Gymnasiallehrerin in Elternzeit. Sie singt im Kirchenchor und ist ehrenamtlich im Organisationsteam des Seniorennachmittags und der Krabbelgruppe ihrer Gemeinde aktiv.

 

„Ich möchte mich als Prädikantin engagieren, weil ich dazu beitragen will, dass auch meine Kinder von den kirchlichen Strukturen profitieren können, die wir heute noch haben. Außerdem empfinde ich es als tolle persönliche Herausforderung. Ich genieße es, mich mit den Hintergründen von Theologie und Liturgie zu befassen. Am Ende kann ich anderen Menschen in der Kirche vielleicht etwas mitgeben, das sie durch die kommende Woche trägt. Mir macht mein Glaube Mut und ich hoffe, dass ich auch anderen Mut machen kann.“

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Ina Faber, 36, aus Eppingen, Bankkauffrau. Sie ist seit ihrer Konfirmandenzeit ehrenamtlich im Kindergottesdienst-Team ihrer Gemeinde aktiv.

 

„Nach meiner langjährigen Tätigkeit im Kindergottesdienst möchte ich lernen, als Liturgin nun auch Gottesdienste für Erwachsene zu leiten.“

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Martin Kirschenlohr, 59, aus Adelsheim, Landwirtschaftsmeister.

 

„Ich möchte die Bibel in allgemein verständlicher Sprache vermitteln.“

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Matthias Kress, 27, aus Sinsheim, Arbeiter bei John Deere. Er ist seit seiner Konfirmandenzeit ehrenamtlich im Kindergottesdienst-Team seiner Gemeinde aktiv.

 

„Ich möchte seine Freude, seine Botschaft, seine Taten zeigen und Menschen mit dieser Kraft, diesem Glauben begeistern. Ich als Handwerker würde sagen: Ich möchte Gottes Werkzeug sein.“

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Madlen Mettenbrink-Franz, 31, aus Edingen-Neckarhausen. Sie studiert Kunst, evangelische Theologie und Deutsch auf Grund- und Hauptschullehramt sowie als Zusatzqualifikation „Migration und Diversität“ und interessiert sich besonders für die Verbindung von Kunst und Religion, u.a. in eigenen Kunstprojekten. Eine ihrer Skulpturen war u.a. auf dem Kirchentag 2015 in Stuttgart zu sehen.

 

"Ich möchte Prädikantin werden, weil ich es für eine ideale Ergänzung meiner zukünftigen Tätigkeit als Religionslehrerin halte. So kann ich nicht nur die Kinder bei ihrer Suche nach Sinn und Halt im Leben, sondern auch die ganze Familie begleiten, ihnen Ansprechpartnerin zu Fragen rund um Glauben und Kirche sein, ihre Alltagswelt umfassend in meine religiöse Arbeit von Schule und Gottesdienst einbeziehen und Menschen auf diese Weise vielleicht einen neuen Zugang zur Kirche ermöglichen."

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Isabel Nagy, 40, aus Heidelberg, Krankenschwester, z. Zt. tätig als Kindertagesmutter. Sie beschäftigt sich viel mit ethischen Fragestellungen, v.a. zum Thema Sterben in Würde.

 

„Ich möchte zusammen mit der Gemeinde die leeren Ecken der Kirche mit Wort und Tat, mit Spiritualität füllen. ‚Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.‘“

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink
Parvin Niroomand, 52, aus Heidelberg, seit Februar 2016 Dekanatssekretärin (davor 12 Jahre Pfarramtssekretärin). Neben ihrem politischen Engagement im Bezirksbeirat Heidelberg Weststadt sowie im Entwicklungsbeirat der Stadt Heidelberg für die beiden Kirchen ist sie Mitglied im Kammerchor und arbeitet ehrenamtlich bei der Planung und Durchführung der Nacht der offenen Christuskirche sowie der Erstellung des Gemeindebriefes mit.
 
"Ich will Prädikantin werden, weil bei allem, was eine Gemeinde zu bieten hat, das wichtigste doch der Gottesdienst bleibt. Hier erfahren wir Gottes Liebe, hier zeigen wir unsere Liebe zu Gott und hier teilen wir sie untereinander. Ich war immer schon ehrenamtlich für meine Gemeinde tätig, im Chor, bei Festen, bei der Redaktion unseres Gemeindebriefes – jetzt will ich mich auf meine „Herzenssache“ konzentrieren, das nötige liturgische Handwerk erlernen, und im Vertrauen auf den Heiligen Geist Gott zur Ehre und der Gemeinschaft zur Stärkung Gottesdienste feiern."
Quelle: ZfK / Simone Heidbrink

Ruth Winkler, 51, aus Obrigheim, Erzieherin im Sonderschulbereich. Sie ist seit ihrer Konfirmandenzeit in ihrer Kirchengemeinde v.a. in der Kinder- und Jugendarbeit und im Team zur Gottesdienstvorbereitung. aktiv; seit 2001 ist sie Kirchenälteste.

 

„Durch meine langjährige Mitarbeit im Team zur Gottesdienstvorbereitung konnte ich in diesem Bereich vielfältige Erfahrungen sammeln.

Da der Gottesdienst für mich ein wichtiger zentraler Punkt in der Gemeindearbeit ist und ich mich gerne mit biblischen Texten beschäftige, habe ich beschlossen, die Ausbildung zur Prädikantin zu machen. Mittlerweile habe ich 4 Unterrichtmodule und einige praktische Gottesdiensterfahrungen hinter mir und kann sagen, dass es für mich die richtige Entscheidung war. An den Wochenenden wird viel Wissen vermittelt, aber der Bezug zur Realität kommt nicht zu kurz. Die Übungen und Hilfestellungen im geschützten Kursrahmen helfen Sicherheit in der Praxis zu bekommen. Durch die Begleitung eines Mentors gelingt es auch gut die einzelnen Elemente Stück für Stück in einen Gottesdienst zu übertragen.

Ich freue mich auf die weitere Ausbildung und meine Berufung in den Prädikantendienst.“

 

 
Ehrenamtsgesetz

Am 19 Oktober 2016 verabschiedete die Landessynode der ekiba das Ehrenamtsgesetz.
 

Grundlagenpapier

Die Frühjahrssynode verabschiedete 2016 einen grundlegende Gedanken zum Thema Ehrenamt.