Gemeindevisitation

Miteinander auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schauen

Der geschwisterliche Besuchsdienst spricht Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten und gegenwärtig getanen Arbeit aus; nicht nur Gott, sondern auch Menschen zu loben ist unser Amt. Der Besuch geschieht sowohl Vergangenheit und Gegenwart wahrnehmend und verstehend als auch in die Zukunft blickend und darin zielorientiert. Und das nicht nur alle sieben Jahre einmal, sondern in einem vereinbarten verlässlichen Rhythmus von Visitation und Zwischenbesuchen, damit die verschiedenen Ebenen in einem kontinuierlichen Gespräch und als Teil der Welt und der Schöpfung Gottes miteinander verbunden sind und bleiben. 

„Komm, sagen es allen weiter“

Wenn die Botschaft von der freien Gnade Gottes an alles Volk auszurichten ist, wie es in der These VI der theologischen Erklärung von Barmen 1934 heißt, dann hat Visitation immer auch die Aufgabe, diejenigen in den Blick zu nehmen, die der Kirche nicht oder wenig verbunden sind. Bei der Visitation werden sich Kommission und Gemeinde daher darüber Gedanken machen, wie diese Botschaft auch an das Ohr derer kommt, die sich von Kirche und Glaube fern halten. 

Auch Zahlen dienen

Manchmal wird es als lästig empfunden, in der vorlaufenden Berichterstattung die Zahlen der letzten Jahre zusammen zu tragen. Doch ist das nicht nur sinnvoll in der Zusammenschau der vergangenen sechs Jahre, sondern es ist auch wichtig, die Daten der Visitation(en) zuvor miteinzubeziehen, um langfristige Entwicklungen zu analysieren und daraus Konsequenzen zu ziehen. Der Visitationskommission und später dem Bezirkskirchenrat wird dann die Aufgabe zufallen, die einzelne Gemeinde, falls sie nicht schon mit anderen zusammen visitiert wurde, im Verbund der umliegenden zu sehen und daraus die Schlüsse zu ziehen: wie es etwa mit der Kooperation der Gemeinde und dem Kirchenbezirk weitergehen kann oder soll, oder welche Folgerungen für diakonische Einrichtungen in Betracht kommen, wie es um den aktuellen Gebäudebestand steht und ob und in welcher Richtung es Klärungs- und Änderungsbedarf gibt. 

Die Vielstimmigkeit des Volkes Gottes einfangen oder „Komm in unsere stolze Welt, Herr mit deiner Liebe werben“

Visitationen können sehr breit angelegt werden und über die gemeindlichen bzw. bezirklichen Bereiche hinaus versuchen, mit vielen anderen ins Gespräch zu kommen, mit Leitenden im Leben einer Stadt und im gesellschaftlichen Leben: in Schulen, Betrieben, Ämtern, mit Bürgerinitiativen, Kultureinrichtungen, mit Gewerkschaften, in sozialen Einrichtungen. Überall gibt es Möglichkeiten zu entdecken, wie der Geist Gottes wirkt oder gewirkt hat, in welcher Weise sich Menschen im Sinne der Nächstenliebe einer Aufgabe verschrieben haben, die einmal aus der Kirche ausgewandert sind und nun ein säkulares Kleid tragen. Oder wo es Initiativen gibt, die längst auf den Besuch gewartet haben, wo gemeinsame Anliegen festgestellt und Synergien hergestellt werden können, um ggf. sich auf einen gemeinsamen Weg zu begeben. 

Wir haben hier keine bleibende Stadt

Bei allem, was am Schluss einer Visitation vereinbart wird, geschieht das im Bewusstsein: es sind Schritte auf dem Weg, aber es ist nicht das Ziel. Auch große Ziele, auch wunderbare Ergebnisse und Lösungen sind Zwischenergebnisse des wandernden Gottesvolkes, dem Gott entgegenkommt. Aber unterwegs braucht es den Blick für die Ziele, es braucht die klare Sicht auf die Herausforderungen, es braucht die Sensibilität für die Gaben und die Aufgaben. 

Auch Christinnen und Christen dürfen erfolgreich sein

Als Glaubende wissen wir, dass Erfolg immer ein Zusammenwirken von menschlichem Tun und Gottes Wirken ist. Doch wenn etwas gelungen ist, ein Ziel erreicht ist, eine Herausforderung gut angegangen wurde, und sichtbar und erkennbar ist, dass sich etwas gut oder hervorragend entwickelt hat, dann darf und soll die Gemeinde oder der Bezirk oder das Werk froh und stolz sein und die Menschen und Gott kräftig loben!
 
 
Ansprechpartner Gemeindevisitation

Alexander Herzfeld
Evang. Oberkirchenrat
Blumenstr. 1-7,
76133 Karlsruhe,
Zimmer A 1.16
Telefon: (0721) 9175 116;
Fax: (0721) 9175 25 116
E-mail:
alexander[dot]herzfeld[at]ekiba[dot]de

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