Gebärden 4-8

Ich führe die immer noch aneinander gelegten Hände über die Schädeldecke, verweile mit den Daumenwurzeln der Hände vor der Nasenwurzel zwischen den Augen. Ich lasse mich im Denken und Wahrnehmen berührt sein von der Gegenwart des Heiligen Geistes. Vor den Augen öffne ich die Hände zur Einsicht von rechts und von links. Ich öffne mich dem Wirken der Weisheit in Einsicht und Erkenntnis. Ich bin bereit, eine Sache von allen Seiten anzuschauen und mich in meinem Erkennen weiten zu lassen. Ich füge die Hände wieder aneinander und führe das mir einsichtig Gewordene zusammen.

Biblische Bezüge:

  • So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle. (Eph. 3,19)
  • Da öffnete der Herr dem Bileam die Augen, dass er den Engel des Herrn auf dem Wege stehen sah. (Ex. 22,31)
  • Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz. (Psalm 119,18)
  • Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. (Matth. 7,5)
  • Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. (Jes. 50,5)
 

5. Bekennen

Ich gehe entlang der vertikalen Achse meines Körpers von der Nasenwurzel mit den aneinandergelegten Handflächen abwärts auf die Höhe des Halses und verweile dort einige Augenblicke. Die Zeigefingerspitzen berühren die Lippen, die Daumenspitzen die Kehle. Ich bin bereit, das mir einsichtig Gewordene auszudrücken, zu bekennen, es an meine Mitmenschen weiterzugeben.

Biblische Bezüge:

  • Mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst. Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut. (Psalm 13,6)
  • Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. (Apg.4,20)
  • Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

6. Einsicht des Herzens

Mit zusammengelegten Händen und abgespreiztem Daumen komme ich bis zur Höhe des Brustbeinansatzes, zur Höhe meines Herzens. Ich öffne die Handflächen nach oben, so dass die Spitzen des kleinen Fingers und des Ringfingers sich berühren. Die Daumen sind abgespreizt. Es entstehen vor meiner Herzmitte mehrere Dreiecke, Symbol der Gegenwart des dreifach sich schenkenden Gottes in schöpferischer Kraft, in der Hingabe des Sohnes und in der Weisheit des Heiligen Geistes.

Ich öffne mich in meiner Herzmitte, lasse mein Herz weit und offen werden für die Einsicht des Herzens und für das, was darin wohnen will, kann, soll, und führe die Hände wieder zusammen.

Biblische Bezüge:

  • Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. (Eph.1,18)
  • … der tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf acht hatte, was von Paulus geredet wurde. (Apg. 16,14)
  • … dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. (Eph. 3,17)
  • Gott von ganzem Herzen lieben. (Mt. 22,37)
  • Verstockt euer Herz nicht. (Psalm 95,8)

7. Vitalkraft

Ich bleibe mit dem Oberkörper in der aufrechten Haltung, beuge aber die Knie, als ob ich mich setzen wollte. Ich öffne die Hände so, dass die Handrücken von mir weg, die Handinnenflächen zum Bauch zeigen und die Spitzen der Mittelfinger sich berühren. Ich runde meine Arme, dass sie zusammen mit der Vorderseite meines Leibes einen weiten Kreis beschreiben. Ich nehme wahr, was sich in mir rundet und stelle mich mit der Einsicht meines Herzens in die Kraft. Ich spüre in die Mitte meines Leibes und überlasse mich mit meinen Emotionen und Vitalkräften der Lebenskraft Gottes in mir1) .

Biblische Bezüge:

  • Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. (Ps. 103,1) 2)
  • Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt. (Lk. 1,41)

Anmerkungen:
1) Jans 92
2) Das hebräische Wort für „was in mir ist“ meint das Leibesinnere, auch den Mutterleib. Aufgegriffen ist dieses Verständnis in einem Lied Frieder Gutschers: Segne meine Seele

8. Fließen

Ich richte mich wieder auf, gebe meinem Leib Raum und lasse zu, wie in mir Kräfte des Leibes fließen. Die gerundeten Arme senken sich auf die Höhe des Schambeines. Die Innenhandflächen schauen nach oben und die Mittelfingerspitzen berühren sich.

Biblische Bezüge:

  • … dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz schön werde vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. (Psalm 104,14b.15)
  • Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast’s gut. (Psalm 128,2)
  • Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben… Ich bin das Brot des Lebens. (Joh. 6,33+34)
 
Beten kann man lernen

Die Bibel stellt uns Gott als einen lebendigen, persönlichen Gott vor. Er sucht die Verbindung mit den Menschen. Im Gebet erlaubt er uns, sich ihm zu öffnen, mit ihm zu reden. Dabei sieht er „in unser Herz“. Er weiß, was hinter den Worten steht. Deshalb können wir mit ihm reden, wie es uns ums Herz ist.

Gebetsportal

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Die großen Gebetsgebärden

„Körper und Seele sind eine Einheit. Darum muss der Christ ganzheitlich beten lernen.“ Ein Beitrag zu ganzheitlichem Beten ist die so genannte Große Gebetsgebärde. Hier finden Sie Gedanken und Anregungen zu den großen Gebetsgebärden.