Bezirksvisitationen

Quelle: ekiba alt
Die Kirchenbezirke werden in der Regel alle sieben Jahre visitiert. Ein Zwischenbesuch findet nach einem Jahr, spätestens im dritten Jahr statt.
Mit der Visitation des Kirchenbezirks will die Landeskirche dem Kirchenbezirk und allen, die darin einen Dienst und eine Verantwortung haben, bei der Erfüllung ihres Auftrages sowie bei der Beurteilung und Weiterentwicklung ihrer Arbeit helfen. Dabei informiert sich die Kirchenleitung über die jeweiligen regionalen, gesellschaftlichen und kirchlichen Besonderheiten eines Kirchenbezirks und die sich daraus ergebenden spezifischen Aufgaben.

Die Bezirksvisitation soll ökumenische Beziehungen anregen und vertiefen sowie die Öffentlichkeitsverantwortung der Kirche durch entsprechende Veranstaltungen und Gespräche wahrnehmen.

Visitationskommission

Der Kirchenbezirk wird durch den Landesbischof visitiert; im Einzelfall kann ein Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates mit dem Vorsitz der Visitationskommission beauftragt werden.

Der Landesbischof beruft für jede Visitation eine Visitationskommission ein. Dieser gehören jeweils an:

  1. drei Mitglieder der Landessynode, darunter die Präsidentin oder deren Stellvertreter,
  2. ein Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrates, in der Regel die jeweilige Gebietsreferentin bzw. der jeweilige Gebietsreferent,
  3. die jeweilige Prälatin bzw. der jeweilige Prälat als beratendes Mitglied.

Der Visitationskommission sollte mindestens ein nichttheologisches Mitglied angehören. Die Mitglieder des Landeskirchenrates können an der Visitation beratend teilnehmen.

Vorbereitung der Visitation

Die Visitation wird durch den Bezirkskirchenrat und eine Vertreterin bzw. einen Vertreter des Evangelischen Oberkirchenrates vorbereitet.

Rechtzeitig vor Beginn der Visitation benachrichtigt das Dekanat die haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitenden im Kirchenbezirk sowie die Leitungspersonen der in die Visitation mit einbezogenen Werke, Einrichtungen, Verbände und Personalgemeinden im Kirchenbezirk von der Visitation. Die Gemeindepfarrerinnen bzw. Gemeindepfarrer informieren die in der Gemeinde Tätigen haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Vorlaufende Berichterstattung

Der Bezirkskirchenrat legt der Visitationskommission einen Bericht vor, der die besonderen Probleme in den Aufgabenbereichen des Kirchenbezirkes, die Erwartungen und Fragen des Bezirkskirchenrates im Blick auf die anstehende Visitation und mögliche Zielvorstellungen für die Arbeit in den kommenden Jahren zusammenfasst.

Gespräche mit dem Bezirkskirchenrat/Zielvereinbarungen

Zur Visitation gehören zwei Gespräche mit dem Bezirkskirchenrat. An den Gesprächen sollen auch die im Kirchenbezirk wohnenden Mitglieder der Landessynode teilnehmen.

Bestandteile der Visitation

Zur Visitation des Kirchenbezirks gehören weiterhin in der Regel:

  1. Gottesdienste in den Gemeinden des Kirchenbezirks, auch als zentrale Gottesdienste für benachbarte Gemeinden oder für den Kirchenbezirk
  2. die persönliche Aussprache mit der Dekanin bzw. dem Dekan
  3. ein Treffen der Vertreterinnen und Vertreter der Ältestenkreise/Kirchengemeinderäte des Kirchenbezirkes oder eine Tagung der Bezirkssynode oder eine Zusammenkuft aller haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitenden
  4. eine Veranstaltung aus dem Arbeitsbereich der Schuldekanin bzw. des Schuldekans
  5. die Prüfung des Dekanatsverwaltung
  6. Besuch eine Betriebes im Bereich der Landwirtschaft, des Handwerks, der Industrie, des Handels oder der Dienstleistung
  7. Begegnung mit Vertreterinnen und Vertretern der Öffentlichkeit.

Weitere Besuche

Je nach Erfordernis und entsprechend der zeitlichen Möglichkeiten können verschiedene weitere Veranstaltungen durchgeführt werden.

Abschlussbericht

Nach Abschluss der Visitation, möglichst innerhalb von drei Monaten, formuliert die Visitationskommission einen Abschlussbericht für den Kirchenbezirk, dessen Hauptbestandteil die gemeinsam erarbeiteten Zielvereinbarungen sind.

Auf Grund der Gespräche und der Protokolle nimmt die Visitationskommission Stellung zur Arbeit von Dekanin bzw. Dekan und Schuldekanin bzw. Schuldekan sowie der anderen hauptamtlich Mitarbeitenden und teilt diese jeweils in einem persönlichen Schreiben mit.

(Weitere und ausführliche Informationen hierzu liefert die Visitationsordnung vom 15. April 2000 (GVBL. S. 105)