Besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen

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Das Besondere Kirchgeld ist eine Sonderform der Kirchensteuer. Es wird von Kirchenmitgliedern erhoben, die in glaubensverschiedener Ehe leben. Von einer glaubensverschiedenen Ehe spricht man, wenn nur ein Ehegatte einer Steuer erhebenden Kirche angehört. Steuerpflichtig ist nur das Kirchenmitglied. 
 
Im Einkommensteuerrecht wird die Ehe als Leistungsfähigkeitsgemeinschaft verstanden. Die logische Folge ist in der Regel die gemeinsame Einkommensteuerveranlagung. Dabei wird von einem unter den Eheleuten bestehenden Konsens ausgegangen, wonach der Ehepartner mit Einkommen den Lebensführungsaufwand des anderen Ehepartners akzeptiert. Zu diesem Lebensführungsaufwand des Ehepartners ohne Einkommen können durchaus auch Aufwendungen für Zwecke gehören, die der andere Ehepartner selbst nicht unterstützen würde – zum Beispiel die Mitgliedschaft in einer Kirche.

Verfügt nun der einer Steuer erhebenden Kirche angehörende Ehegatte über kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen, wird seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch eine Anbindung der Kirchensteuer an seinem eigenen Einkommen nur unzureichend abgebildet. In diesen Fällen sollen die Kirchenmitglieder durch das besondere Kirchgeld in angemessenem Umfang an der Finanzierung kirchlicher Aufgaben beteiligt werden.

Bei der Festlegung des Kirchgeldbetrags wird berücksichtigt, dass das Kirchgeld nur an den Lebensführungsaufwand des kirchenangehörenden Ehepartners anknüpfen darf. Unter „Lebensführungsaufwand“ ist ein Teil der Hälfte des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens zu verstehen. Im Ergebnis ist deshalb das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe niedriger als der auf einen Ehepartner entfallende Kirchensteuerbetrag bei Mitgliedschaft beider Ehegatten in einer Steuer erhebenden Kirche.

Seit 2002 wird in Baden-Württemberg diese Kirchgeldtabelle angewendet:

Stufe

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               Bemessungsgrundlage 
(gemeinsam zu versteuerndes Einkommen)
               30.000 bis   37.499 €
               37.500 bis   49.999 €
               50.000 bis   62.499 €
               62.500 bis   74.999 €
               75.000 bis   87.499 €                                  
               87.500 bis   99.999 €                                     
             100.000 bis 124.999 €                                   
             125.000 bis 149.999 €                                    
             150.000 bis 174.999 €                                    
             175.000 bis 199.999 €                                   
             200.000 bis 249.999 €                                     
             250.000 bis 299.999 €                                    
               300.000 und mehr €                                
Jährliches Kirchgeld

     96 €
   156 €
   276 €
   396 €
   540 €
   696 €
   840 €
1.200 €
1.560 € 
1.860 €
2.220 €
2.940 €
3.600 €
Das zu versteuernde Einkommen wird vom Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuererklärung ermittelt. Da dies die Grundlage für die Erhebung des Besonderen Kirchgeldes ist, kann das Besondere Kirchgeld erst mit dem Einkommensteuerbescheid errechnet und festgesetzt werden.

Das Kirchgeld ist in unbeschränkter Höhe als Sonderausgabe vom zu versteuernden Einkommen absetzbar. Sie erhalten daher eine prozentuale Steuerentlastung in Höhe Ihres persönlichen Spitzensteuersatzes.

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Quelle: ekiba